Brauchen wir wirklich so viel Eiweiß?
Wie viel Eiweiß braucht der Mensch wirklich – und muss es tatsächlich jeden Tag in großen Mengen über die Nahrung zugeführt werden? In diesem Gespräch mit QS24 hinterfragt Walter Dänzer, Gründer und Leiter von Soyana, verbreitete Vorstellungen über unseren Proteinbedarf.
Dabei geht es nicht nur darum, wie viel Eiweiß wir essen, sondern auch darum, was unser Körper damit macht: Welche Rolle spielt das körpereigene Protein-Recycling? Wie unterscheiden sich tierische und pflanzliche Eiweißquellen? Und wie lässt sich eine natürliche, biologische und stärker pflanzliche Ernährung gestalten, ohne ständig Proteine zählen zu müssen?
Das vollständige Gespräch mit Walter Dänzer
Im Interview bei QS24 Gesundheitsfernsehen geht Walter Dänzer ausführlicher auf die Frage nach unserem tatsächlichen Eiweißbedarf ein und erklärt seine Sicht auf Protein-Recycling, Ernährung und pflanzliche Eiweißquellen.
Das vollständige Gespräch sehen Sie im Video:
QS24 hat das Gespräch mit Walter Dänzer auch redaktionell aufbereitet und mit weiteren Informationen zu Eiweiß, Protein-Recycling, Muskelaufbau und pflanzlichen Proteinquellen ergänzt.
Zum vollständigen Artikel bei QS24 →Inhalt
- Brauchen wir wirklich so viel Eiweiß?
- Protein-Recycling: Der Körper verwendet Eiweißbausteine erneut
- Pflanzliches Eiweiß statt Protein-Fixierung
- Qualität statt immer mehr Protein
- Was bedeutet das für die tägliche Ernährung?
Brauchen wir wirklich so viel Eiweiß?
Eiweiß gilt heute als einer der wichtigsten Nährstoffe überhaupt. Proteinreiche Lebensmittel, Proteinshakes und besonders eiweißreiche Ernährungsformen sind allgegenwärtig. Dadurch kann leicht der Eindruck entstehen, der menschliche Körper müsse fortlaufend mit möglichst großen Mengen Protein versorgt werden.
Walter Dänzer stellt im Gespräch eine andere Frage in den Mittelpunkt: Wie hoch ist unser tatsächlicher Bedarf?
Entscheidend ist dabei nicht allein die Menge an Eiweiß, die wir essen. Ebenso wichtig ist, wie der Organismus Proteine verarbeitet, zerlegt und ihre Bestandteile erneut verwendet.
Protein-Recycling: Der Körper verwendet Eiweißbausteine erneut
Proteine erfüllen im menschlichen Körper unzählige Aufgaben. Gleichzeitig werden körpereigene Proteine fortlaufend abgebaut und neu aufgebaut.
Ein wichtiger Aspekt des Gesprächs ist deshalb das Protein-Recycling: Beim Abbau von Proteinen frei werdende Aminosäuren verschwinden nicht einfach. Der Organismus kann sie erneut für den Aufbau körpereigener Proteine nutzen.
Damit verschiebt sich die Perspektive:
Nicht nur die tägliche Eiweißzufuhr ist relevant, sondern auch der körpereigene Umgang mit den vorhandenen Eiweißbausteinen.
Diese Sichtweise hilft zu verstehen, warum die Frage nach dem Proteinbedarf komplexer ist als eine einfache Zahl in Gramm pro Tag.
Pflanzliches Eiweiß statt Protein-Fixierung
Eiweiß muss nicht automatisch Fleisch, Milchprodukte oder andere tierische Lebensmittel bedeuten. Auch pflanzliche Lebensmittel liefern Proteine und Aminosäuren.
Sojabohnen und daraus hergestellte Lebensmittel wie Tofu und Tempeh gehören ebenso dazu wie andere Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse und Samen.
Der Schweizer Bio-Vegi Pionier Soyana beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Frage, wie sich biologische, rein pflanzliche Lebensmittel so herstellen lassen, dass Ernährung nicht nur funktional ist, sondern auch natürlich und genussvoll bleibt.
Gerade fermentierte Lebensmittel eröffnen dabei zusätzliche Möglichkeiten, traditionelle Verfahren mit einer modernen pflanzlichen Ernährung zu verbinden.
Qualität statt immer mehr Protein
Die Diskussion um Eiweiß wird häufig auf eine einzige Frage reduziert: Wie bekomme ich mehr davon?
Das Gespräch mit Walter Dänzer eröffnet eine andere Perspektive. Statt einzelne Nährstoffe isoliert zu maximieren, kann es sinnvoller sein, die Qualität der gesamten Ernährung zu betrachten.
Für Soyana bedeutet dies insbesondere:
bio, rein pflanzlich, möglichst natürlich und ohne unnötige Zusatzstoffe.
Nicht das möglichst starke „Anreichern“ eines Lebensmittels steht im Vordergrund, sondern Lebensmittel zu entwickeln, die als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung funktionieren.
Was bedeutet das für die tägliche Ernährung?
Vielleicht muss die entscheidende Frage also gar nicht lauten:
„Wie schaffe ich es, noch mehr Protein zu essen?“
Sondern vielmehr:
„Wie kann ich mich abwechslungsreich und hochwertig ernähren, so dass mein Körper die Nährstoffe erhält, die er tatsächlich braucht?“
Eine stärker pflanzliche Ernährung bietet dafür zahlreiche natürliche Eiweißquellen. Hülsenfrüchte, Soja, Tofu, Tempeh, Getreide, Nüsse und Samen lassen sich vielseitig kombinieren – ohne dass jede Mahlzeit zu einer mathematischen Proteinaufgabe werden muss.
Wer das Thema noch ausführlicher vertiefen möchte, findet bei QS24 den begleitenden Artikel zum Gespräch – unter anderem zu Muskelaufbau, Protein-Recycling, Eiweißbedarf, pflanzlichen Proteinquellen und Muskelerhalt im Alter.
Den vollständigen Beitrag bei QS24 lesen →Fermentation erklärt: Was diese Lebensmittel in unserem Körper wirklich machen

Walter Dänzer im Gespräch bei QS24 über Fermentation und ihre Bedeutung für unsere Ernährung
Warum Japaner seit Jahrhunderten Natto essen

Ein QS24-Gespräch über das traditionell fermentierte Lebensmittel aus Sojabohnen.






